
Sehen, für den Großteil der Menschen etwas natürliches, etwas über das man sich keine Gedanken machen muß, es ist einfach da. Irgendwie wird da was über unser Auge ins Gehirn transportiert und irgenwie baut unser Gehirn dann ein Bilder daraus. Manche Bilder so banal, dass wir diese sofort vergessen, manche prägen sich für etwas mehr als einen Augenblick ein und andere zwingen uns schon mal stehen zu bleiben um einen zweiten Blick zu wagen.
Viele von uns Menschen laufen mittlerweile mit einer Kamera durch die Welt um das Gesehene mit zu nehmen und der Welt zu präsentieren. Manch einer von der kleinen Familienwelt, andere von der ganzen Welt über Fotoplattformen. Viele “knipsen” einfach nur, Kamera hoch, abdrücken, fertig. Für Menschen die etwas mehr erwarten ist es oft ein Graus diese Bilder zu sehen, doch so ganz verkehrt können sie ja nicht sein, wenn man sieht wie viele “Like” sie z.B. auf Facebook bekommen und genauso viele positive Kommentare. Es ist egal ob das Gesicht unscharf ist, die Augen rot oder ob im Hintergrund gerade ein Hund sein Geschäft verrichtet.
Andere haben etwas mehr Anspruch und machen sich Gedanken über die Gestaltung, achten auf die richtige Schärfe und Farbgebung und versuchen den Focus auf das für sie wichtige zu lenken. Sie wollen der Welt eine kleine Komposition zeigen, das Betrachten angenehm machen. Zugegeben, dies ist Gruppe die ich bevorzuge und deren Bilder ich auch am liebsten sehe, Realität so weit wie möglich belassen aber “feinen”. Diese Menschen versuchen Geschichten zu erzählen in ihren Bildern, vom Gesehenen mit ihren Gedanken dazu.
Dann kommen die “Monks” unter den Fotografen, denen gerade Linien über alles gehen, die Bauchschmerzen bekommen, wenn ein schiefer Turm auf dem Bild ist und die versuchen ihn gerade zu richten (obwohl er tatsächlich schief ist). Geometrie muss bei ihnen in den Bildern sein und das mit aller Gewalt. Ich habe nichts gegen Geometrie, nur bitte nicht zwanghaft, Häuser auf Bildern z.B. der Lüneburger Altstadt gerade zu ziehen ist schon etwas übetrieben und eigentlich ist doch gerade diese Weigerung der Häuser symmetrisch zu bleiben das Interessante, das Motiv. Freunde, dass Zulassen des Krummen ist auch eine Kunst
. Ich habe Vetreter dieser Gruppe kennengelernt, die werden so wuschig durch eine schiefe Linie die sich irgendwo im Bildhintergund befindet, dass sie im Bild nichts anderes mehr sehen.
Zu welcher Gruppe zählt ihr euch? Oder seid ihr vielleicht Springer die von allem etwas nehmen?












